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Was sind ETFs?

Warum ETFs das derzeit beste Finanzprodukt für dich ist, wenn du langfristig Vermögen aufbauen oder fürs Alter sparen möchtest.

Letztes Update: 13.06.2024

Illustration zu Was sind ETFs?

Warum ETFs das derzeit beste Finanzprodukt für dich ist, wenn du langfristig Vermögen aufbauen oder fürs Alter sparen möchtest.

Du hast wahrscheinlich schon von ETFs gehört und vielleicht wurde dir empfohlen, in ETFs zu investieren. Aber was genau sind ETFs, und warum sind sie ein gutes Investment für deine Altersvorsorge und den Aufbau von Vermögen und finanzieller Unabhängigkeit? Welche Arten von ETFs gibt es und was unterscheidet sie?

ETFs ("Exchange Traded Funds") sind Fonds, die nicht aktiv von Finanzexperten verwaltet werden. Stattdessen folgen sie passiv einem Index. Ein Index ist eine Sammlung von Aktien, die einen bestimmten Markt repräsentieren. Ein bekanntes Beispiel ist der DAX, der die 40 wichtigsten deutschen Unternehmen umfasst. Ein DAX-ETF versucht, diesen Index so genau wie möglich nachzubilden.

Es gibt auch viele andere Indizes. Der MSCI World Index zum Beispiel enthält über 1.500 Unternehmen aus 23 entwickelten Ländern. Der MSCI Europe Index umfasst 432 europäische Unternehmen.

Wenn du Anteile an einem ETF kaufst, investierst du in alle Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Das bedeutet, dein Investment entwickelt sich parallel zu den Höhen und Tiefen des Index. Obwohl du nur ein Finanzprodukt kaufst, verteilst du dein Geld auf viele Unternehmen. ETFs werden wie Aktien gehandelt, und ihre Preise ändern sich ständig.

Es ist nicht entscheidend, wie ETFs genau funktionieren. Wichtig ist zu verstehen, warum diese Art der Investition für dich die attraktivste Möglichkeit sein kann, dein Geld langfristig anzulegen, anstatt es in einzelne Aktien zu investieren.

Vorteile von ETFs

1. Kostengünstiger als gemanagte Fonds

ETFs sind deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, da sie weniger Verwaltungsaufwand erfordern. Die jährlichen Kosten eines ETFs werden als Gesamtkostenquote (TER – Total Expense Ratio) angegeben. Diese Kosten sind oft nur ein Bruchteil von 1 % des Wertes deiner Anlagen. Geringere Kosten bedeuten, dass mehr von deinem Geld für dich arbeitet und durch den Zinseszins wächst. (Zinseszins ist der beste Freund deiner finanziellen Unabhängigkeit.)

Ein Beispiel: Wenn zwei ETFs denselben Index nachbilden und die gleiche Performance haben, ist der ETF mit der niedrigeren TER immer günstiger für dich.

2. Breite Streuung deines Investitionsrisikos

Wenn du einzelne Aktien kaufst, hängt dein Erfolg stark von wenigen Unternehmen ab, was ein hohes Risiko darstellt. Ein ETF streut dieses Risiko über viele Unternehmen in einem Index.

Zum Beispiel: Der Wirecard-Skandal hat viele Anleger getroffen, die viel Geld in diese Aktie investiert hatten. Wer aber in einen DAX-ETF investiert hatte, war weniger betroffen, weil der ETF viele andere Unternehmen enthält.

Trotzdem ist ein DAX-ETF nicht unbedingt die beste Wahl, da der DAX im Vergleich zu anderen Indizes nicht so starke Leistung gezeigt hat und hauptsächlich deutsche Unternehmen enthält. Es ist besser, in ETFs zu investieren, die den Weltmarkt abbilden, wie den MSCI World Index, oder mehrere regionale ETFs zu kombinieren (z. B. Europa, Nordamerika, Emerging Markets).

3. Flexibilität: ETF-Anteile können jederzeit verkauft werden

Du kannst deine ETF-Anteile wie Aktien jederzeit auf dem Markt verkaufen, ohne Mindestanlagedauer. Die Märkte können schwanken, aber langfristig haben die Aktienmärkte immer zugelegt. Daher solltest du nur den Teil deines Geldes investieren, den du in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht benötigst.

Ein gewisses Risiko gehört zu jeder Investition, aber geduldige Anleger haben in der Vergangenheit auch Finanzkrisen ausgesessen. Wenn du ETFs für deine Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau nutzt, kann es zwischendurch Verluste geben, aber langfristig ist eine gute Rendite zu erwarten.

4. Automatischer Vermögensaufbau mit ETF-Sparplänen

Um deinen Vermögensaufbau zu beschleunigen, wirst du regelmäßig monatlich einen Betrag in einen ETF-Sparplan investieren. Dies ist einfach und weniger riskant als das Investieren in einzelne Aktien. Dein Vermögensaufbau läuft automatisch und du profitierst vom langfristigen Wachstum der Weltwirtschaft.

Nachteile von ETFs

1. Geringere Gewinnaussichten im Vergleich zu einzelnen Aktien

Im Finanzmarkt gilt: Höheres Risiko kann zu höheren Gewinnen führen, aber auch zu höheren Verlusten. Da ETFs viele Aktien in einem Korb bündeln, gleichen sich ihre Gewinne und Verluste aus. Das führt im Durchschnitt zu niedrigeren Renditen als bei einzelnen, hochprofitablen Aktien. Da es jedoch sehr schwierig ist, die zukünftigen Gewinner-Aktien vorher zu identifizieren, sind ETFs für Anfänger am Aktienmarkt eindeutig die bessere Wahl. Sie bieten eine stabile und diversifizierte Anlagemöglichkeit für Investoren, die sich nicht mit den Details beschäftigen wollen.

2. ETFs sind mit Kosten verbunden

Während die Kosten für ETFs niedriger sind als für gemanagte Fonds, fallen dennoch regelmäßige Kosten an. Beim Kauf von Einzelaktien entstehen hingegen keine laufenden Gebühren, da keine Management-Gebühren anfallen. Diese Kosten müssen bei der Entscheidung für ETFs berücksichtigt werden.

Eigenschaften von ETFs

ETFs haben verschiedene Merkmale, die dich am Anfang nicht alle interessieren müssen. Wichtig ist jedoch, ob du in thesaurierende oder ausschüttende Fonds investieren möchtest.

Thesaurierende vs. ausschüttende Fonds

  • Thesaurierende Fonds: Diese Fonds reinvestieren die Dividenden automatisch, anstatt sie auszuzahlen. Das führt zu einem dynamischen Vermögenswachstum durch den Zinseszins-Effekt. Diese Fonds sind ideal, wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, z.B. für die Altersvorsorge. Es ist auch bequemer, da du nichts selbst reinvestieren musst. Im Alter kannst du dann auf ausschüttende Fonds umsteigen, um regelmäßige Einnahmen zu erzielen.

  • Ausschüttende Fonds: Diese Fonds zahlen die Dividenden regelmäßig an die Anleger aus. Das ist sinnvoll, wenn du regelmäßige Einkünfte aus deinen Investitionen benötigst, zum Beispiel im Ruhestand.

Währung des ETFs

ETFs werden in verschiedenen Währungen gehandelt, aber deine Depotbank rechnet ohnehin alles in Euro um. Daher spielt die Währung eines ETFs keine große Rolle. Langfristig gleichen sich die Schwankungen der Wechselkurse aus, wenn du weltweit investierst. Du brauchst dich also nicht gegen Währungsschwankungen abzusichern. Von sogenannten währungsgesicherten ETFs kannst du absehen.

Synthetisch vs. physisch replizierende ETFs

  • Physisch replizierende ETFs: Diese ETFs kaufen die tatsächlichen Aktien oder Wertpapiere des Index, den sie nachbilden. Zum Beispiel kauft ein physisch replizierender ETF des MSCI World Index die im Index enthaltenen Aktien in der korrekten Relation.

  • Synthetisch replizierende ETFs: Diese ETFs bilden den Index nicht durch den Kauf der Aktien nach, sondern durch Tauschgeschäfte (Swaps). Sie können oft den Markt effizienter und kostengünstiger nachbilden als physisch replizierende ETFs.

  • Sampling: Hierbei kauft der ETF nur eine Auswahl (engl. „Sample“) der Aktien des Index, um ihn nachzubilden.

Für dich als Privatanleger ist es wichtig, den ETF mit den niedrigsten Kosten (TER) und den besten Konditionen zu wählen, unabhängig davon, wie der ETF den Index nachbildet.

Welche Arten von ETFs gibt es?

Auf den Seiten von finavi.app sprechen wir hauptsächlich über Aktien-ETFs. Diese ETFs bilden die Aktienkörbe von Indizes wie dem MSCI World nach. Es gibt jedoch auch viele andere Arten von ETFs, die wir hier kurz erwähnen möchten. Für einige dieser ETFs kann man jedoch keine generelle Empfehlung für die Altersvorsorge geben.

Aktien-ETFs: Diese ETFs bilden Aktienindizes wie den MSCI World oder den DAX nach. Sie sind eine gute Wahl für langfristigen Vermögensaufbau und Altersvorsorge.

Anleihen-ETFs: Diese ETFs investieren in Anleihen von Staaten oder Unternehmen und bilden Anleihen-Indizes nach. Anleihen gelten als weniger riskant, bieten jedoch auch geringere Renditen. Ein Mix aus Aktien- und Anleihen-ETFs kann sinnvoll sein, wenn du bald auf das Geld zugreifen musst.

Rohstoff-ETFs: Diese ETFs investieren in Rohstoffe wie Öl, Gas oder landwirtschaftliche Produkte. Sie können helfen, dein Portfolio zu diversifizieren, sind aber oft komplexer und risikoreicher.

Immobilien-ETFs: Diese ETFs investieren in Immobilien und Immobiliengesellschaften. Sie bieten eine Möglichkeit, in den Immobilienmarkt zu investieren, ohne direkt Immobilien zu kaufen.

Krypto-ETFs: Diese ETFs investieren in Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Sie sind sehr volatil und haben hohe Kosten. Für Anfänger sind sie daher weniger geeignet.

Edelmetall-ETFs: Diese ETFs investieren in Edelmetalle wie Gold oder Silber. Sie dienen oft als Absicherung gegen Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit.


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