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Anleitung

Was mache ich mit meinen ETFs, sobald der Ruhestand naht?

Wann und wie viel deiner ETFs verkaufst du, wenn der Ruhestand näher rückt? Was machst du, wenn die Märkte dann gerade schlecht stehen?

Letztes Update: 24.03.2026

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Wann und wie viel deiner ETFs verkaufst du, wenn der Ruhestand näher rückt? Was machst du, wenn die Märkte dann gerade schlecht stehen?

Nachdem du über die Jahre hinweg fleißig in ETFs investiert hast, steht nun der nächste Lebensabschnitt vor der Tür: der Ruhestand. Es ist wichtig, eine gut durchdachte Strategie zu entwickeln, um deine finanziellen Ziele zu erreichen und einen sorgenfreien Ruhestand zu genießen. In diesem Abschnitt erfährst du, wie du deine ETF-Anlagen verwaltest, wie du deine Rentenziele erreichst und wie du deine Träume verwirklichen kannst.

Abgeltungssteuer und steuerliche Aspekte

Beim Entsparen deiner ETF-Anlagen solltest du auch die steuerlichen Aspekte berücksichtigen. In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungssteuer in Höhe von 25%. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

  1. Freibeträge nutzen: Jährlich steht dir ein Sparerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro (für Ledige) bzw. 2000 Euro (für Verheiratete) zur Verfügung. Kapitalerträge bis zu diesem Betrag bleiben steuerfrei.

  2. Kirchensteuer beachten: Wenn du Kirchenmitglied bist, wird zusätzlich zur Abgeltungssteuer auch die Kirchensteuer erhoben. Diese beträgt je nach Bundesland 8% oder 9% der Abgeltungssteuer.

  3. Steueroptimierung: Es kann sinnvoll sein, Kapitalerträge auf mehrere Jahre zu verteilen oder gezielt Freibeträge auszuschöpfen, um die Steuerlast zu minimieren. Ein Steuerberater kann dir hierbei wertvolle Tipps geben.

  4. Günstigerprüfung: Bei der Günstigerprüfung prüft das Finanzamt, ob für dich die Abgeltungssteuer oder der persönliche Einkommensteuersatz vorteilhafter ist. Wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25% liegt, kannst du bei der Steuererklärung eine Günstigerprüfung beantragen und so Steuern sparen. 

Wie viel Vermögen benötige ich für eine ausreichende Rente?

Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, wie viel Vermögen du benötigst, um dir regelmäßig eine ausreichende Rente auszuzahlen. Hier sind einige Schritte, die dich dabei unterstützen:

  1. Lebenshaltungskosten berechnen: Erstelle eine detaillierte Aufstellung deiner monatlichen und jährlichen Ausgaben. Berücksichtige dabei sowohl feste Kosten (Miete, Lebensmittel, Versicherungen) als auch variable Kosten (Freizeitaktivitäten, Reisen).

  2. Zusätzliche Ausgaben einplanen: Denke an Ausgaben, die im Ruhestand anfallen könnten, wie höhere Gesundheitskosten oder Reisekosten.

  3. Einkommensquellen berücksichtigen: Berücksichtige alle Einkommensquellen im Ruhestand, einschließlich gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und anderer Einkünfte.

  4. Vermögensbedarf ermitteln: Nutze Finanzrechner oder spreche mit einem Finanzberater, um den benötigten Kapitalbetrag zu ermitteln. Eine gängige Faustregel ist die 4%-Regel, die besagt, dass du pro Jahr sicher 4% deines Vermögens aus deinen ETF-Anlagen entnehmen kannst, um eine nachhaltige Rente zu gewährleisten.

Das Risikozeitfenster: Wie viel soll ich abheben?

Um dich aber vor einer Finanzkrise zu schützen und sicherzustellen, dass du während schlechter Marktbedingungen nicht gezwungen bist, deine ETFs zu verkaufen, solltest du das Konzept des Risikozeitfensters anwenden. Das bedeutet, dass du immer so viel abhebst, dass du die nächsten 5 bis 8 Jahre ohne den Verkauf weiterer ETFs auskommen könntest. Die Anzahl der Jahre hängt von deiner Risikobereitschaft ab.

Beispiel: Moderater Ansatz (5 Jahre) Du hast ein monatliches Budget von 4.000 Euro. Du hast verfügbares Einkommen aus Renten und Sonstigen Quellen von 1.800 Euro. Um für 5 Jahre abgesichert zu sein, benötigst du:

  • ( Bedarf 4.000 Euro - Einkommen 1.800 Euro ) x 12 Monate x 5 Jahre = 132.000 Euro

Jeweils zu Jahresbeginn solltest du so viele ETFs verkaufen, dass du diesen Betrag in sicheren und liquide Anlagen, wie Tagesgeldkonten hältst, um jederzeit darauf zugreifen zu können, ohne von Marktschwankungen betroffen zu sein. Aber nur, wenn der Markt gerade gut steht.

Wenn der Markt gerade schlecht steht: Du kannst bis zu 5 Jahre warten, bis du eine Entnahme aus deinen ETFs vornehmen musst. So kannst du schlechte Märkte oder eine Finanzkrise in Ruhe aussitzen. Sobald sich der Markt erholt hat, verkaufst du wieder ETFs, um deine liquiden Anlagen wieder aufzufüllen.

Warum ist das sinnvoll?

  1. Schutz vor Marktschwankungen: Wenn die Märkte schlecht stehen, kannst du beruhigt sein, dass du genügend liquide Mittel hast, um deine Ausgaben zu decken, ohne in einem ungünstigen Moment verkaufen zu müssen.

  2. Vermeidung von Verlusten: Verkaufst du deine ETFs während eines Markttiefs, realisierst du Verluste. Mit einem Risikozeitfenster kannst du solche Situationen vermeiden und abwarten, bis sich die Märkte erholen.

  3. Ruhestandsplanung: Ein gut geplantes Risikozeitfenster gibt dir die finanzielle Sicherheit, deine Ruhestandsjahre ohne Sorgen über kurzfristige Marktschwankungen zu genießen.

Unser Finanznavigator: Automatische Berechnung des Risikozeitfensters

Der finavi-Navigator nimmt dir die Denk- und Rechenarbeit ab, indem er automatisch auf Basis deiner individuellen Risikobereitschaft den korrekten Betrag für das Risikozeitfenster berücksichtigt.

Das Tool analysiert deinen Finanzbedarf, schätzt deine Renteneinkommen und spuckt aus, wie viele ETFs wann verkauft werden müssen. Dabei berücksichtigt der finavi-Navigator bei deinen ETF-Verkäufen auch direkt die Abgeltungssteuer und Freibeträge und zeigt dir genau, welche Schritte du unternehmen musst. So weißt du stets, was zu tun ist, und kannst dich auf deinen Ruhestand konzentrieren.

 


Je früher du dich um deine finanzielle Zukunft kümmerst, umso entspannter wird der Rest deines Lebens.

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